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Armut im ländlichen Nepal

Tagtäglich sterben hunderttausend Menschen auf der Welt an Hunger - eine schier unfassbare Zahl. 1976 hatte die UNO in einem Hungerbericht bekannt gegeben, dass in 10 Jahren kein Mann, keine Frau und kein Kind auf dieser Erde mit leerem Bauch schlafen gehen müssten. Seither sind etwa 1 Milliarde Menschen verhungert. Die UNO hat in einem Jahr so viel Geld zur Verfügung stellen können wie die NATO in eineinhalb Tagen! Die traurige Statistik zeigt, dass einer Milliarde Hungernden auf der Welt 1,2 Milliarden Fettsüchtige gegenüberstehen!

Hunger ist kein Schicksal - er wird gemacht! Und deshalb können wir alle helfen, ihn zu überwinden! Heute haben vier der reichsten Männer der Erde so viel Geld wie die eine Milliarde der Ärmsten.

Die verschiedensten institutionellen Indikatoren und Zeitungsartikel berichten uns, dass Nepal eines der ärmsten Länder der Welt ist. Doch was bedeutet das eigentlich genau? Wie gross ist diese Armut? Was sind die Ursachen der Misere in diesem Land? Im nachfolgenden Artikel beschreibt eine Untersuchungskommission in Nepal die Situation.

Nepal ist eines der kleinsten Länder der Erde, eingekeilt zwischen den beiden grössten Ländern Asiens: China und Indien. Nepal ist vorwiegend ein Agrarstaat. Der landwirtschaftliche Sektor umfasst mehr als 85% der nepalesischen Arbeitskräfte. Etwa 18% des Landes konnten landwirtschaftlich erschlossen werden, davon 53% in der Region Terai. Administrativ ist das Land in 5 Entwicklungsregionen und 75 Bezirke aufgeteilt. Ökologisch ist es in drei Gebiete aufgeteilt: die Berge, die Hügel und Terai.

Eine Studie stellt fest, dass sich der Grossteil von Nepals Landbevölkerung in grosser Armut durchs Leben kämpft. Charakterisiert wird das Landleben von kleinen und fragmentierten Schollen, feudalistischen sozio-ökonomischen Strukturen, nicht optimaler Nutzung der wenigen verfügbaren Produktionsressourcen, niedriger Produktivität von Landwirtschaft und Arbeitskräften, rückständigen Landwirtschaftsmethoden und einer ineffizienten technologischen Grundlage, sowie einem Mangel an Zugang zu Innovationen, Märkten, Informationen und anderen produktionssteigernden Möglichkeiten. Dies fördert genauso die Armut und Hungersnöte wie die zunehmende Verstädterung und Umweltverschmutzung. NIWOSD stellt fest, dass die Armut in Nepal beständig und weit verbreitet ist. Die feudalistische, sozio-ökonomische Struktur, die hohe Rate des Bevölkerungswachstums, die abnehmende Produktivität in der Landwirtschaft, Ungleichheit in der Landverteilung und im Zugang zu Produktionsressourcen, mangelhafte institutionelle und politische Rahmenbedingungen sind gemeinsam strukturelle und systematische Prozesse, die Armut, Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung in Nepal geschaffen und dauerhaft gemacht haben.

Die Situation und das Ausmass der Armut in Nepal
Nepal zählt zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Seine Wirtschaft basiert auf dem Agrarsektor und wird durch wachsende Armut, Analphabetismus und unterentwickelte Ressourcen charakterisiert. Im Weltbankbericht von 1995 wird Nepal als eines der ärmsten Länder der Erde genannt. Mehr als 60% der erwachsenen Bevölkerung können weder Lesen noch Schreiben. Frauen stellen die Mehrheit unter den AnalphabetInnen. Bis heute dürfen nepalesische Frauen per Gesetz kein Land besitzen.
Auf der Makroebene verdankt laut der Untersuchung Maskey und Rajbhandary Nepal seine Armut den unterentwickelten Produktionsstrukturen, der hohen Rate des Bevölkerungswachstums, dem Mangel an „politischem Willen“, einem Mangel an Vermarktungsmöglichkeiten, unzureichender Technologie, Unter- und Nichtbeschäftigung, sowie administrativer Ineffizienz und mangelnder Unterstützung aus dem Ausland. Nach Zahlen der Weltbank (1991) leben in Nepal 10-12 Millionen Menschen (von damals 19 Millionen) in absoluter Armut, also mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung. Absolute Armut wird definiert als ein Einkommen unterhalb der Höhe, die notwendig ist, um eine minimale tägliche Kalorienaufnahme zu sichern - in Nepal also etwa 150 -200 Dollar pro Kopf jährlich. Die überwältigende Mehrheit der Armen sind ländliche Subsistenzbauern und -bäuerinnen. Die Hälfte ihres Einkommens stammt aus der eigenen landwirtschaftlichen Produktion, von der fast nichts auf den Markt gebracht werden kann. Weniger als 30% verdienen sie in anderen, meist nicht-landwirtschaftlichen Beschäftigungen und der Rest kommt aus den verschiedensten Überlebensaktivitäten. Die Armen Nepals leben in ländlichen Regionen (95%), dabei häufiger im Hügelland als im Terai.

Zurzeit durchläuft Nepals landwirtschaftlicher Sektor eine kritische Phase, in der das wichtigste Exportgut Reis importiert werden muss. Dennoch dominiert die Landwirtschaft weiterhin die Ökonomie. Für über 80% der Bevölkerung stellt ihr Anteil am BSP die Lebensgrundlage und sie trägt zu 60% der Exporte bei. Laut den Schätzungen der Nationalen Planungskommission für Nepal (NPC) erreichten 49% der Bevölkerung 1992 nicht das minimal notwendige Ausgabenpotential für die notwendigsten Dinge des Lebens. Verglichen mit anderen Ländern ist Nepal eine der ärmsten Nationen der Welt. In einer neueren Studie des Internationalen Fonds für Landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD, 1992), in der 114 Länder evaluiert wurden, landete Nepal in Bezug auf Armut erneut am Ende der Liste.

Armut und Beschäftigungsmöglichkeiten
Eine von Weltbank und UNDP gemeinsam durchgeführte Studie stellt fest, dass die Armen, wie fast jede Person in Nepal, auf ihrem eigenen oder gepachteten Land Landwirtschaft betreiben. Die einzige Ausnahme bildet das Terai, wo 28% der ökonomisch aktiven Armen von anderen als landwirtschaftliche Arbeitskräfte beschäftigt werden und weitere 25% im Dienstleistungssektor und anderen Bereichen aktiv sind. Nur 5% der Aktiven sind in Jobs in der Produktion oder Verarbeitung beschäftigt, inklusive ländlicher Heimarbeitsstätten. Ausserhalb der Städte ist das wichtigste Einkommen produzierende Gut Land, jedoch ist der Zugang zu Land stark einkommensabhängig. Das von einem armen Haushalt bewirtschaftete Areal ist im Terai etwa 60% kleiner als das von nicht-armen Haushalten, in den Hügeln etwa um 40% geringer (WB, 1991:15). In beiden Regionen ist der Anteil des bewässerten Terrains bei den Armen generell geringer, wobei die Differenz im Zugang zu bewässertem Land jedoch geringer ausfällt als allgemein angenommen.

Armut und die Familie
Familien von Armen sind in Nepal grösser als die von Nicht-Armen. In armen Haushalten gibt es mehr Kinder und im Terai gibt es mehr Kinder pro Haushalt als in den Hügeln. Die relative Konzentration von Kindern in armen Familien bedeutet, dass Nepals Kinder proportional stärker von den Problemen der Armut betroffen sind als Erwachsene. Zu den Problemen gehören begrenzter Zugang zu Nahrung, Bildung, Krankenversorgung und Gesundheitspflege. Zudem können sie durch die Folgen der Armut leichter verletzt werden. Das Verhältnis gesamte Haushaltsmitglieder zu verdienenden Haushaltsmitgliedern weist für arme Familien einen höheren Abhängigkeitsgrad aus.

Armut und Bildung
Das Bildungssystem in Nepal krankt an schlechten Einrichtungen, unzulänglicher LehrerInnenausbildung und viel zu akademischen und häufig irrelevanten Unterrichtsthemen. Der Lehrplan wurde zwar stark verbessert, ist jedoch immer noch unzureichend. Nepals Armen mangelt es in ihren Kommunen oft an Bildungsmöglichkeiten. In allen Schulstufen unterschreiten sie die Besuchsrate der Nicht-Armen, wobei sich mit steigender Stufe die Disparität erhöht. Auf dem Lande sind die Armen, insbesondere aber die Frauen, meist von Bildungszugängen ausgeschlossen, da sie sehr häufig zur Erledigung von Haushaltsarbeiten wie Wasser holen, Holz und Futter sammeln im Haushalt festgehalten werden. Die Kosten für die Ausbildung eines Kindes in Nepal sind für die armen Familien auf dem Lande unbezahlbar hoch. Die Gebühren von Schulmaterial etc. belaufen sich auf den Gegenwert von 23 kg Reis. Zu diesen hohen Kosten kommt noch die entgangene Arbeitskraft des Kindes. Die Ausbildungskosten werden für die meisten Armen in Nepal somit zu einem der entmutigendsten Faktoren.

Armut und die Gesundheitssituation
Der Gesundheitsversorgung des nepalesischen Volkes ist generell schlecht. Die Sterblichkeitsrate bei Kleinkindern ist mit 165 von Tausend eine der höchsten der Erde bei gleichzeitig sehr niedriger Lebenserwartung. Jedes 4. Kind ist ohne Chance! Die Gesundheitsinfrastruktur ist unterentwickelt und die Einrichtungen sind mehrere Stunden oder gar Tagesmärsche von den Wohnorten der Menschen entfernt. Untersuchungen beweisen, dass der Gesundheitszustand der Armen schlechter ist als bei den Nicht-Armen, schlechter bei Frauen als bei Männern und schlechter bei Kindern als bei Erwachsenen. Unterernährte Frauen bringen Kinder zur Welt, die an den Folgen der Komplikationen bei der Geburt leiden. Ihre Babys hingegen leiden an den Verletzungen während der Geburt, neo-natalem Tetanus und Untergewicht. Arme Kleinkinder leiden oft an Atemwegsinfektionen, akutem Durchfall, Typhus, Tetanus und Vitaminmangel (Vitamin A, Eisen, Jod und Proteine). Oft erkranken sie auch an Masern, Lungenentzündung, Kinderlähmung, Hirnhautentzündung. Der Durchschnitt absolut unterernährter Kinder beträgt 50 %. Dem Kind wird keine Körperhygiene beigebracht. Es leidet unter fehlender elterlicher Fürsorge, weil die Eltern viel zu sehr damit beschäftigt sein müssen, Geld für das Essen zusammenzutragen. Selbst wenn einige dieser Kinder das Glück haben, zur Schule gehen zu können, ist der Schulbesuch in der Regel auf Grund Krankheit, erzwungener Kinderarbeit, langem Schulweg und früher Heirat sehr unregelmässig. Diejenigen, die diese Leiden überstanden haben, werden früh verheiratet und beginnen somit einen neuen Kreislauf von extremer Armut. Für die meisten Armen ist ein Alter über 45 schon alt. Sie sehen zu dem Zeitpunkt ihrem Ruhestand entgegen. Nicht dem Ruhestand bezogen auf die Arbeit, sondern bezogen auf das Leben mit all seinen Qualen.

Armut und Kreditzugang
Arme und landlose Menschen haben keinen Zugang zu Krediten oder anderen Mitteln, mit denen sie ihrer Armut entfliehen könnten. Regierungsinstitutionen sollten zwar spezielle Niedrigzinskredite oder andere Kreditzugänge bereitstellen, doch allzu oft erreichen diese die Armen überhaupt nicht. Im Gegenteil sind es meist Grossgrundbesitzer und Zugehörige der Mittelschicht, die von diesen Institutionen profitieren, statt der Ärmsten der Armen. Eine von Bhandarai initiierte Fallstudie ergab, dass ländliche Arme vorwiegend von den Geldverleihern in ihrer Gemeinde leihen. Diese Geldverleiher sind in ihren Dörfern zu Patronen aufgestiegen und verleihen ihr Geld zu sehr hohen Zinssätzen von oftmals über 30%. Damit sind sie oberflächlich betrachtet erfolgreich in der Umverteilung der Krise des Dorfes, jedoch vor allem in der Akkumulation von Profiten. Das folgende Zitat aus Dangol liefert eine passende Beschreibung dafür, was mit den Armen geschieht, wenn sie auf diese Weise Geld leihen: „Sobald die armen Menschen einmal Geld geliehen haben, sind sie in den Klauen des Geldverleihers gefangen und fallen oft in die lebenslange Verschuldung. Diese Schulden werden in der Regel an den Sohn und vom Sohn an den Enkel weitergegeben. So kommt es, dass in Nepal ein armer Mann in Schulden geboren wird und in Schulden stirbt.“

Ursachen der Armut in Nepal
Verschiedene Faktoren haben zu Nepals Entwicklung geführt. Einige sind direkte Konsequenzen aus Nepals unebenem Gelände, seiner hafenlosen Lage und einer geringen Ausstattung mit Ressourcen. Andere Faktoren entstammen aus den unterdrückerischen sozio-kulturellen und politischen Traditionen. Dies gilt insbesondere für die Situation der Frauen und der Armen in der Gesellschaft. Weitere Faktoren, die eine positive Entwicklung verhindert haben, sind eine verfehlte Wirtschaftspolitik und die grosse Misswirtschaft mit den öffentlichen Ressourcen. Nepals wachsende Belastung durch die Auslandsverschuldung hat in Kombination mit neuen Krediten zu grosser Abhängigkeit geführt. Im Fiskaljahr 1994/95 betrugen die ausstehenden Verpflichtungen 3,6 Milliarden DM.

Dabei stellt netto die offizielle Entwicklungshilfe einen immer geringeren Anteil an den gesamten Rechnungen. Das liegt daran, dass ein substantieller Teil der Entwicklungshilfe von der Tilgung bestehender Schulden wieder absorbiert wird. Der Niedergang der Kreditwürdigkeit des Landes ist ein Resultat seines Unvermögens, in ausreichender Höhe Investitionen und Unterstützung aus den globalen Überschüssen anzuziehen, die statt dessen in die vermeintlich vielversprechenderen Länder umgelenkt werden. Dadurch hat sich die Problematik noch verstärkt. Der Brain Drain und die aus dem Lande in die entwickelte Welt abgeworbenen Fachkräfte bedeuten einen grossen ökonomischen Verlust. Unter dem Strich führt dieser Trend zu verstärkter Marginalisierung und einer entscheidenden Umkehr des Flusses an finanziellen, menschlichen und natürlichen Ressourcen, die nun in Richtung der industrialisierten Länder gehen.

Feudalistische ökonomische und soziale Struktur
Armut ist nicht etwas, das automatisch aus sich selbst heraus erwächst und dann an einem bestimmten Ort beständig weiter existiert. Die Prozesse und Handlungen, die die Armut in Nepal schaffen, werden von den Menschen nicht bewusst gewollt oder gewünscht. Armut entsteht durch inhärente sozio-ökonomische und politische Strukturen. Von solchen Strukturen formulierte Programme und Armutsbeseitigungspolitik kann weder die Armut richtig adressieren, noch kann sie sich die Armut in ihrer Tiefe vergegenwärtigen oder sie verstehen.

Das Muster der Landverteilung in Nepal liegt schief, was zu einer grossen Masse von Menschen führt, die keinen Zugang zu produktiven Landressourcen haben. Fünfzig Prozent der Haushalte besitzen nur 6,6% des kultivierten Landes, jeder Haushalt im Durchschnitt weniger als 0,5 Hektar. Auch erweitert auf zwei Drittel der Haushalte besitzen diese noch immer durchschnittlich nur weniger als 1 Hektar Land und zusammen nur 17,4% des kultivierten Landes. Auf der anderen Seite kontrollieren 9% der Haushalte mehr als 47% des landwirtschaftlich nutzbaren Landes. So wird deutlich, dass in Nepal ein kleines Segment der Bevölkerung den Grossteil der Landressourcen und Möglichkeiten kontrolliert.

Die Armen in den ländlichen Regionen Nepals haben keinen Zugang zu Krediten und Ausbildungseinrichtungen, die ihnen dabei helfen könnten, ihren sozio-ökonomischen Status zu heben. Sie leihen Geld von örtlichen Geldverleihern, wie zum Beispiel grösseren Grundbesitzern, die exorbitante Zinssätze berechnen. Die Armen haben keine Gelegenheit, an Entscheidungsprozessen zu partizipieren. Sie werden nicht gefragt und können auch nicht an der Planung der Entwicklungsmuster teilnehmen, die das Schicksal ihrer Nation und das Schicksal der grossen Mehrheit der Bevölkerung des Landes entscheiden werden.

Das Problem der Hafenlosigkeit
Nepal ist eines der landumschlossenen Länder auf der Welt und musste ob seines extrem gebirgigen Terrains immer mit schwierigen und teuren Inlandstransport- und Kommunikationswegen kämpfen. Zum Nachteil werden diesem Land auch die hohen Zölle für Importwaren an seinen umliegenden Grenzen und der aus den hohen Transportkosten für zur Weiterverarbeitung importierte Waren resultierende Wettbewerbsnachteil bei Exporten. Ohne eigenen Zugang zum Meer und eingeschlossen hinter Indiens höchst protektionistischen Barrieren ist Nepals Kapazität für die Umsetzung einer unabhängigen, die Mikro-Ökonomie fördernden Politik extrem begrenzt. Hätte Nepal einen direkten Zugang zum Meer, ergäben sich daraus völlig andere Möglichkeiten der sozio-ökonomischen Entwicklung durch verstärkten Handel mit Drittländern.

Marginalisierung der Frauen
Frauen stellen in Nepal eine betrogene Gruppe dar, diskriminiert sowohl innerhalb der Haushalte als auch auf sozialer und legaler Ebene. Die Bildungs-, Gesundheits- und Ernährungssituation ist für Frauen und Mädchen viel schlechter als für Männer und Jungen, insbesondere in den ländlichen Regionen. Die Mehrheit der nepalesischen Frauen ist in der Subsistenzlandwirtschaft und -tierhaltung beschäftigt. Sherpa schreibt, dass die nepalesischen Frauen als Hauptbeitragende der Landwirtschaft des Landes noch immer nicht das Recht haben, ihr eigenes Land zu besitzen und in der Kontrolle über jegliches Einkommen aus ihrer Arbeit von ihrer kulturellen und ethnischen Gemeinde abhängig sind.

Der Status und die Bedingungen von Frauen in den ländlichen Regionen Nepals ist beklagenswert. Innerhalb und ausserhalb des Haushalts werden sie vom ökonomischen Entscheidungsprozess ausgeschlossen und unterliegen meist ausbeuterischen sozio-ökonomischen Bedingungen. Die sich rapide verschlimmernde Armut in den ländlichen Gebieten hat die traditionellen sozialen Beziehungen und Bande erodiert. In der Folge wächst die Tendenz, Frauen zu verlassen, zu entfremden und sie ihrem hilflosen und sittenlosen Schicksal zu überlassen.

Externe Faktoren
Nepals Wirtschaft ist voll und ganz eine ländliche Agrarwirtschaft und kann vor den Auswirkungen der Veränderungen in der Weltwirtschaft nicht isoliert bleiben.
Als 1983 in der Weltwirtschaft erste Erholungszeichen beobachtet werden konnten (gegenüber 1982 war die Weltproduktion um 2% angestiegen), erlebte auch Nepal in Bezug auf seinen Aussenhandel, Preise und die Zahlungsbilanz eine vorteilhafte Situation. Als 1985 jedoch die Exportpreise für landwirtschaftliche Erzeugnisse und Endprodukte sanken, verschlechterte dies auch unweigerlich die Zahlungsbilanz des Landes. Auch die Golfkrise und Handels- und Transitstreitigkeiten mit Indien trafen Nepals Wirtschaft dramatisch und verschlimmerten die Armutssituation im Land.

Weiterhin versagten von Geberländern gesteuerte und von deren Nachschub abhängige technische Kooperationen in Bezug auf die Verbesserung der Situation der mit Armut geschlagenen Bevölkerung Nepals. Die Umsetzung der Politik der Internationalen Finanzinstitutionen (IFI) durch die Regierung Nepals, insbesondere die Politik der strukturellen Anpassungsprogramme von GATT/WTO, der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) hatten ein beschleunigtes Anwachsen der Armut auf ein unvorhergesehenes Ausmass zur Folge.

Fazit
Zusätzlich zu den oben genannten Faktoren tragen zur Armut in Nepal noch eine Myriade miteinander verbundener Faktoren bei, wie der Mangel an politischem Willen und Pflichtgefühl, der Mangel an Beschäftigungsmöglichkeiten für die ländlichen und städtischen Armen, Fatalismus und orthodoxe Religionsauffassung, der Mangel an institutionellen Mechanismen zur Bekämpfung der Armut, der mangelhafte Einsatz angepasster Technologien und ein Mangel an Beteiligung.

Trotz dieser Hindernisse hatte die Anwendung von bevölkerungsorientierten Ansätzen in Entwicklungsprozessen, die Nicht-Regierungsorganisationen in Nepal während der letzten Jahre initiiert haben, positive Auswirkungen auf die Lebenssituation der Armen. Eine der Aufgaben, denen sich die NGOs in ihren Bemühungen um die Bekämpfung der Armut stets stellen, ist nicht nur die bestehenden sozio-ökonomischen und politischen Strukturen herauszufordern, sondern auch schon zum jetzigen Zeitpunkt den Armen zu einer gewissen Art von Lebensgrundlage zu verhelfen.

(Bericht aus der Hörzu Januar 2001)