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Kathmandu

Kathmandu (“Haus aus Holz”), die 1000-jährige Stadt mit ca. 2 Mio. Einwohnern, das mit Abstand grösste Handels- und Kommunikationszentrum des Landes, hat im letzten Jahrzehnt eine dramatische Entwicklung durchgemacht. Von der mittelalterlich anmutenden Stadt zu Menschenmassen, Verkehrslärm, Abgaswolken. Diese Stadt mit ihren unendlich vielen Tempeln und Schreinen hat dennoch viel zu bieten: quirlige Strassenmärkte, schöne Altstadtgassen und viele verschiedene Völkergruppen. Kathmandu liegt in einer Talsenke, dem so genannten Kathmandu Valley, das ringsum von Bergen umgeben ist. Diese erreichen Höhen von fast 3000 m und bilden eine Art natürlichen Schutzwall. Wenn im Kathmandu-Tal heftige Regenfälle niedergehen, so ist in Kathmandu nicht viel davon zu merken. Kathmandu misst 25 km von Ost nach West und 20 km von Nord nach Süd. Die Höhe der Berge liess schon immer die Herzen der Militärstrategen höher schlagen. Bis 1951 durften nicht einmal die Bewohner des Tieflandes (Terai) ohne Genehmigung nach Kathmandu gehen. Strassen gab es damals noch nicht, wohl aber einige Autos, die die despotische Rana-Familie, die Nepal ein Jahrhundert lang als ihr Privateigentum betrachtet hatte, in Einzelteile zerlegt von Trägern nach Kathmandu schleppen liess.

Swayambhunath, liegt auf einem Hügel am Westrand der Stadt. Hier liegt die älteste Stupa Nepals, auch wegen der vielen Affen Monkey Temple genannt. Im Gegensatz zur Stupa in Bodnath, wird die Stupa auch von vielen Newar-Buddhisten verehrt und von Hindus besucht. Wie in Pashupatinath, der Verbrennungsstätte, tobt hier eine Horde wilder Rhesusaffen durch die zahlreichen Heiligtümer. Die 231 Stufen durch den Wald hochzusteigen lohnt sich. Der 1407 m hohe Hügel wird an seinem Fuss ständig von tibetischen Buddhisten im Uhrzeigersinn umkreist, die sich dabei häufig auf die Erde werfen. Ihren Höhepunkt finden die Prostrationen allerdings in den Vollmondnächten.

Kathmandu Durbar Square – Im Herzen der Altstadt liegt der Durbar Square (Palastplatz). Das grösste Gebäude, der alte Palast Hanuman Dhoka, war bis 1908 die Residenz der Könige. Noch heute finden dort die wichtigsten rituellen Hindu-Feste statt. Das Treiben zwischen den 50 Tempeln, Schreinen, Heiligtümern und Gebäuden ist seit Jahrhunderten unverändert lebendig. Man kann die Atmosphäre von den Tempelstufen geniessen, sofern man nicht von den fliegenden Händlern, vielen Fragenden und Schnorrern gestört wird. Wie sehr religiöses Leben im Alltag integriert ist, sieht man an den Marktständen um die Schreine herum, an den spielenden Kindern in den Tempeln, an den Hühnern, Ziegen und Kühen, die sich dort niederlassen.

Vom Durbar Square Richtung Basantpur Platz, auf dem unzählige fliegende Händler Souvenirs anbieten, geht der Weg in Richtung New Road, der modernen Einkaufsstrasse. Am Ende des Basantpur liegt das Haus der Königlichen Kumari. Sie ist eine kleine lebende Göttin, die aus der buddhistischen Newar-Kaste der Sakya stammt. Sie verkörpert Taleju, die Schutzgöttin der Hindu-Könige des Tales, deren Tempel der höchste des Durbar Square ist. Die Kumari wird im Alter von 2-4 Jahren auserkoren und darf noch nie einen Tropfen Blut verloren haben. Um die Eigenschaft der Furchtlosigkeit zu testen, werden vor den Augen der Kandidatin in der Kaltrati (Schwarze Nacht) 108 Büffel und 108 Ziegen geschlachtet. 108 ist eine heilige Zahl der Hindus. Nur wer kein Anzeichen der Regung zeigt, kann Kumari werden. Sie darf ihr Amt nur ausüben, solange sie rituell rein ist, d.h. nicht blutet, also spätestens bis zur ersten Menstruation. Sie verlässt ihr Haus nur zehnmal pro Jahr, u.a. um dem König ihren Segen zu erteilen. Manchmal zeigt sie sich sekundenlang den Touristen an ihrem Fenster, wobei sie nicht fotografiert werden darf. Zu ihren Aufgaben zählt das Empfangen von Gläubigen. Jede ihrer Gesten wird genau beobachtet, denn sie werden als verheissungsvoll betrachtet.

Pashupatinath – Abgekürzt auch “Pashupati” liegt 5 km vom Zentrum Kathmandus entfernt am Bagmati-Fluss. Es ist wichtigstes hinduistisches Heiligtum (2000 Jahre alt) und der Zielort zahlloser Pilger und Sadhus. Sadhus sind oft furchterregend dreinschauende Asketen, die sich wie ihr Vorbild Shiva die langen Haare zu einem Berg auf dem Kopf auftürmen, dem weltlichen Leben entsagt haben und zur Vertiefung ihrer Meditation Ganja (Gras), Haschisch und Marihuana rauchen. Auf viele Weise versuchen sie mit dem Bhang in die spirituelle Nähe ihres Gottes zu gelangen. Diese Droge hat nicht wie im Westen die Bedeutung, in einen Vollrausch vergleichbar dem des Alkohols zu kommen. Es hat vom Ursprung her schon sakrale und rituelle Bedeutung. Sie nehmen es zudem als Heilmittel gegen Appetitlosigkeit, Rheuma, Cholera, Ruhr und Schlaflosigkeit. Es gab einmal Zeiten, in denen sich das Prädikat “echter Nepalese” nicht etwa auf die ethnische Zugehörigkeit eines Himalaya-Bewohners bezog, sondern die Herkunft des Haschisch gemeint war, von dem Nepal angeblich das weltweit Beste hervorbrachte. Mittlerweile ist der Verkauf des Stoffes verboten und Nepal bemüht sich, “Hippies” fernzuhalten. Auf jeden Fall sollte man in Nepal unbedingt die Finger davon lassen, auch wenn junge Männer im Toursietnzentrum Thamel sehr oft den Verkauf flüsternd anbieten. Hohe Gefängnisstrafen könnten die Folge sein.

Ein Grossteil der Sadhus als auch der Laienpilger stammt aus Indien. Oftmals haben sie wochenlange Fussmärsche hinter sich gebracht.

Hier wird Shiva in seiner Form als Pashupatinath, “Herr der Tiere” verehrt. Das Innere des Haupttempels ist für Nicht-Hindus verboten. Affenliebhaber können sich stundenlang an einer grossen Herde Rhesusaffen erfreuen, die den Ort unsicher machen. Sie sind oft so dreist, dass sie nicht nur das als Opfer dargebrachte Obst stehlen, sondern manchmal selbst den Vorbeigehenden die Mitbringsel aus den Händen reissen.

Von den Bänken am Hang auf der anderen Seite kann man dem Treiben zuschauen: den Affen, den Sadhus, den Schlangenbeschwörern, die manchmal anzutreffen sind und den Lakhbatti, den vielen Lichtern. Diese sind so etwas wie Zwirnsrollen, die jeweils 1000 Windungen aufweisen und 100 dieser Rollen ergeben ein Lakhbati, alo ein Licht aus 100.000 Windungen. Sie werden dann mit ghi (geklärter Butter) übergossen und vor den Tempelzugängen abgebrannt. Wie viele Lichter jemand verbrennen lässt, hängt einerseits davon ab, wie viel religiösen Verdienst er sich erhofft, andererseits vom Geldbeutel. Von der gegenüberliegenden Seite kann man auch bedächtig den Feuerbestattungen beiwohnen. Trotz der scheinbaren Gleichgültigkeit der Anwesenden dem Tod gegenüber, ist beim Beobachten und Fotografieren Zurückhaltung angebracht. Die Verbrennung auf einem Scheiterhaufen ist auf den zweiten Blick gar nicht so “gruselig”. Im Vergleich zu unseren Toten, die anonym im Krematorium verbrennen, wird hier die sterbliche Hülle und die Seele bis zum letzten Moment von den Angehörigen begleitet, die Asche in den Fluss gestreut und somit dem Kreislauf der Natur wiedergegeben. Hier erfüllt sich für Hindus der grösste Wunsch, wenn sie an diesem Ort sterben können. In den Dharamsalas rings herum leben daher viele alte und kranke Gläubige, um das Ende ihres irdischen Lebens abzuwarten.

Das Totenritual ist sehr speziell. Die ältesten Söhne der Hindu-Familien werden darauf vorbereitet, den Sterbenden den nötigen geistigen Beistand zu leisten, um der Seele den Übergang in das andere Leben zu erleichtern. Am Ghat, der traditionellen Badestelle, wird der Tote nach vorgeschriebenem Ritual gereinigt. Die Kleider, die als unrein gelten, werden Kastenlosen übergeben. Der Tote wird entweder auf aufgeschichtetem Holz (250-450 kg) oder, wenn er aus ärmlichen Verhältnissen stammt, auf Stroh aufgebahrt. Weibliche Angehörige begleiten zwar den Verstorbenen bis zum Verbrennungsplatz, doch das eigentliche Verbrennungsritual wird nur von männlichen Angehörigen, die sich vorher den Kopf rasieren müssen, vollzogen. Dem ältesten Sohn fällt die Aufgabe zu, den Holzstoss oder die Strohunterlage anzuzünden. Dann wird die Asche des Verstorbenen dem Fluss übergeben. Das fliessende Wasser versinnbildlicht die Loslösung der Seele vom irdischen Dasein. Ein paar Tage nach dem Verbrennungsritual bereitet man dem Verstorbenen seine Lieblingsspeise zu, damit die Seele sich für den langen Weg ins Jenseits stärken kann. Das Haus des Verstorbenen gilt ein Jahr lang als unrein. In der Trauerzeit wird nach strengen Regeln Nahrung aufgenommen, jede Berührung ist unrein und damit 13 Tage lang tabu. Die Farbe der Trauernden ist weiss.

In früheren Zeiten fanden in Pashupatinath auch die Sati statt, die Selbstverbrennungen der Witwen, die sich zusammen mit ihren verstorbenen Ehemännern den Flammen übergaben. Die vielen kleinen Shiva-Tempel unterhalb der Bänke wurden zu Ehren von Ehefrauen errichtet, die sich selbst verbrannt haben. Heute lassen sich in den kleinen Tempeln die hierher gepilgerten Sadhus zur Ruhe nieder.

Bodnath – In “Boudha” wie es von den Einheimischen genannt wird, taucht man nochmals in eine andere Welt ein. In diesem Wallfahrtsort für Buddhisten aus Nepals Hochgebirge, Tibet, Ladakh, Bhutan und Sikkim befinden Sie sich mitten in “Klein-Tibet”. Von morgens bis abends umkreisen alte Tibeter und Tibeterinnen, den 40 m hohen Stupa mit einem Durchschnitt von über 100 m, unablässig das Mantra “Om mani padme hum” murmelnd. Die im Sockel des Bauwerkes eingelassenen Gebetsmühlen drehen sich ohne Pause. Das buddhistische Heiligtum ist der grösste Stupa in Nepal und einer der grössten der Welt. Wahrscheinlich wurde er im 6. Jahrhundert erbaut. Sein Aufbau ähnelt einem Mandala. Ursprünglich war der Stupa das Grabmal und heiliger Aufbewahrungsort der Reliquien des historischen Buddha. Heute sind sie überwiegend symbolische Grabmäler und Kultbauten. Sein Aufbau symbolisiert auch die fünf Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther. Eine Besonderheit aus Nepal sind die allsehenden Augen Buddhas an allen vier Seiten des Turms. Rund um den Stupa herum bieten Dutzende von Läden tibetische Souvenirs an. Hinter dem Dorf zieht Kloster neben Kloster den weiten Hang hinauf.

Nagarkot – Beliebter Aussichtspunkt und winziger Ort auf 2200 m Höhe am Ortsrand des Kathmandu Tales, 32 km von Kathmandu mit faszinierendm Ausblick auf die Bergkette. Das Blickfeld erstreckt sich vom Dhaulagiri im Westen bis zum Everest und Kanchenjunga im Osten.

Jawlakhel – Am südwestlichen Stadtrand liegt das tibetische Flüchtlingsdorf in Jawlakhel. Es wurde nach der Massenflucht 1959 mit Hilfe der Vereinigten Nationen und der Schweiz gegründet. Hier steht die Wiege der berühmten tibetischen Teppiche, die ungezählten Familien zu einer neuen Existenz verhalfen. Ein guter tibetischer Teppich hat übrigens 100 Knoten pro Quadrat-Inch, d.h. 15 Knoten pro cm2. Die Wolle stammt von tibetanischen Schafen aus der Himalaya-Region, die eine besonders glänzende Oberfläche aufweist und besonders widerstandsfähig ist. Zur Einfärbung werden heute meist Anilin-Farben verwendet. Ursprünglich waren es Naturfarben: aus Walnüssen wurde Beige gewonnen, aus Rhabarber das Gelb und aus speziellen Wurzeln das Rot-Braun. Zur Herstellung von Blauviolett wurde Indigo 30 Tage lang in einem Topf mit Urin aufbewahrt.

Bungamati – Bungamati ist das Dorf der Bauern und wurde 1593 vom König gegründet. Hier scheint die Zeit absolut stehen geblieben zu sein. Ein Dorf ohne Hektik, Technik und Tourismus.bsolut stehen geblieben zu sein. Ohne Hektik, Technik und Tourismus.