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Überblick

Erdteil: Asien

Offizieller Name: Nepal

Staatsführung: Parlamentarische Mehrparteien – Demokratie

Staatsform: Konstitutionelle Monarchie mit der Aussicht auf eine Republik Ende Mai 2008 Während der ersten Sitzung einer noch zu wählenden verfassunggebenden Versammlung soll Nepal zur Republik erklärt werden.

Wahlen für die verfassungsgebende Versammlung waren für den 10. April 2008 anberaumt, aus denen die Maoisten als haushohe Gewinner hervor gegangen sind. Um die 601 Sitze bewerben sich 57 Parteien. Die Maoisten werden die stärkste Kraft in der verfassungsgebenden Versammlung sein. Das Wahlsystem gehört zu einem der kompliziertestesten der Welt. Die Verfassungsgebende Versammlung wird einerseits von Direktmandaten wie Mandaten nach dem Verhältnis der Einzelstimmen soweit festgelegten Mandaten für bestimmte Gruppen zusammengesetzt.

Die 240 Direktmandate und 335 Proportionalmandate sind ausgezählt. Ursprünglich war vereinbart worden, dass die neue Regierung weiter im Konsens der 7 Parteien Allianz geführt werden soll. Die neue Regierungsbildung mit über 120 Direktmandaten für die maoistische Partei steht demnach an.

Regierungsführung: Premierminister Girija Prasad KOIRALA (seit 30. April 2006)

Politisches System: Parlamentarische Demokratie mit neuem Parlament seit Ende April 2006. Wahlrecht ab 18 Jahren.

Parlament: seit 15. Januar 2007 Interimsparlament

Repräsentantenhaus mit 205 auf 5 Jahre gewählten Abgeordneten und Nationalrat mit 60 auf 6 Jahre teils ernannten, teils gewählten Mitgliedern. Am 22. November 2006 wurde der Friedensvertrag mit den Maoisten unterzeichnet. Die Regelung sieht vor, dass das bestehende Parlament von 205 auf 330 Abgeordnete erweitert wird, mit 73 nominierten Vertretern der Maoisten. Sie werden auch 5 ihrer Mitglieder ins Kabinett delegieren. Diese neue Interimsregierung wird dann Wahlen für ein Verfassung gebendes Parlament durchführen, die Mitte 2008 stattfinden sollen. Das 409 Abgeordnete umfassende Haus wird dann eine neue Verfassung ausarbeiten. Dabei wird es der 8-Parteien Regierung vor allem auch darum gehen, ob Nepal weiterhin eine Monarchie mit einer stark eingeschränkten königlichen Machtfülle sein soll oder ob es eine Republik werden will. Bis zu diesem Zeitpunkt gilt eine Interimsregierung.

Wichtigste Parteien: Nepalesischer Kongress (NC); Nepalesischer Kongress-Demokraten (NC-D); Kommunistische Partei Nepals - Vereinigte Marxisten-Leninisten (CPN-UML); Nationaldemokratische Partei (Rastriya Prajatantra Party; RPP); Kommunistische Partei Nepals-Maoisten (CPN-M)

Gewerkschaften: Nepalesischer Gewerkschaftskongress (NC nahe stehend); Allgemeiner Verband Nepalesischer Gewerkschaften und Gesamtnepalesischer Gewerkschaftskongress (beide kommunistischen Parteien nahe stehend) sowie 6 weitere Gewerkschaftsverbände und zahlreiche Einzelgewerkschaften, die zum Teil auch als Frontorganisationen der Maoisten (CPN-Maoist) agieren

Mitgliedschaft in Internationalen Organisationen: Vereinte Nationen und Sonderorganisationen (1955), SAARC (Südasiatische Assoziation für Regionale Zusammenarbeit, 1985), IWF (Internationaler Währungsfonds, 1969), Weltbank (1969), Asiatische Entwicklungsbank (1966), WTO (Welthandelsorganisation, 2003), BIMSTECBIMSTEC (Wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Bangladesh, Bhutan, Indien, Myanmar, Nepal, Sri Lanka und Thailand, Februar 2004)

Landesfläche: 140.800 qkm (Weltrang 91) - davon nur Land 136.800 qkm und Wasser 4000 qkm

Gliederung: 14 Zonen

Verwaltungsstruktur: 5 Entwicklungsregionen, 75 Distrikte, 58 Städte, knapp 4.000 Landgemeinden, dezentralisierte Verwaltung: Dorf-, Stadt- und Distrikträte

Hauptstadt: Kathmandu

Offizielle Sprache: Nepali – dazu kommen rund 50-80 Minderheitensprachen bzw. –dialekte. Nepali ist eine „Lingua Franca“

Staatsreligion: Hinduismus

Währung: 1 Rupee = 100 paisa

Bevölkerung: ca. 28 Millionen Menschen

Bevölkerungsdichte : 184 Menschen je qkm

Landesgrenzen: 2926 km, davon zu China 1236 km und Indien 1690 km

Ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung: Chhettri 15.5%, Brahman-Hill 12.5%, Magar 7%, Tharu 6.6%, Tamang 5.5%, Newar 5.4%, Muslim 4.2%, Kami 3.9%, Yadav 3.9%, Übrige 32.7%, ohne Angaben 2.8%

Religionszugehörigkeit: Hindus 80.6%; Buddhisten 10.7 %;
Muslime 4.2 %, Kirant 3.6%, Christen 0.2%, andere 2%.

Grösste Städte: Kathmandu ca. 2 Mio; Lalitpur 190.000; Biratnagar 132.000; Bhaktapur 130.000

Internationales Kennzeichen: NEP

Festnetzanschlüsse Telefon: 448 600 (2005) - Handybenutzer: 248 800 (2005)

Internetbenutzer: ca. 175 000

Radiostationen: AM 6, FM 5, Kurzwelle 1 (Januar 2000)

Nationalfeiertage: Januar (Märtyrers Tag), 11. Januar (Tag der Einheit); Februar (Maha Shiva Ratri - zu Ehren Shivas), Februar (Vasant Panchami), 19. Februar (Rashtriya Prajatantra Diva – Nationaler Demokratietag), März (Ghode Jatra – Pferdefest). März (Holi – Farbenfest), April (Rama Nawami – Geburtstag von Lord Ram), April (Chaitra Dashain), April (Navabarsha – Neujahr),Mai ( Buddha Javanti – Geburtstag von Lord Buddha, 7. Juli (Geburtstag des derzeitigen Königs Gyanandra), August (Rakshya Bandhan/Janai Purnima), August (Gai Jatra - Prozession der Kühe),August (Krishna Asthami – Geburtstag von Lord Krishna,August (Teej – Fest der Frauen), September (Indra/Kumari Jatra – Fest des Regengottes, Oktober (Dashein und Durga zu Ehren –das groesste Fest Nepals), Oktober (Deepawali – Fest des Lichtes), 9. November (Tag der Verfassung), 28. Dezember (Geburtstag des letzten Königs Birendra)

Geographische Lage: 80º 4' O - 88º 12 ' O / 26º N - 30º N

Geographische Merkmale: höchster Berg --> Mount Everest 8850 m; niedrigster Punkt --> Kanchan Kalan 70 m; längster Fluss --> Ghaghara (Teil) 920 km

Geographie: Die Gangesebene an Nepals Südgrenze weicht weiter nördlich der Churia-Gebirgskette. Dahinter liegt das hohe Mahabharat-Massiv. Weiter im Norden, jenseits des Kathmandu-Tales, liegt das Himalaja-Gebirge mit dem Mount Everest, dem höchsten Berg der Erde. Das Klima reicht von subtropisch im Süden bis alpin im Norden. Die Sommer bringen starke Monsunregen und Schnee im Hochgebirge. Der Westteil des Landes neigt zu stärkerer Trockenheit als die anderen Gebiete. Mehr als die Hälfte Nepals ist noch von Wäldern bedeckt. Sie reichen von Akazien - und Ahornwäldern im Churia bis zu Kiefern, Eichen und Rhododendren im Mahabharat und den niedrigeren Langen des Himalaya. In der Terai-Ebene sind Tiger, Leoparden und das seltene Indische Panzernashorn beheimatet. Oberhalb der Baumgrenze leben Wildschafe und Ziegen, Schneeleoparden, Yaks und der farbenprächtige Blutfasan, das nationale Symbol Nepals.

 

Höhe

Temp. Januar

Temp. Juli

Niederschlag (Jahr, mm)

Kathmandu

1334

10

24

1328

Ressourcen: Kohle, Eisenerz, Kupfer, Kalkstein, Holz, Jute, Reis, Felle und Häute, Wasserkraft, Tourismus

Gefahren der Natur: Starke Wirbelstürme, Überschwemmungen, Landrutsche, Dürren, Hungersnöte

Strassen/Highways: 17 380 km - Pflasterstrassen 9 886 km - unbepflastert 7 494 km

Eisenbahnschienen: 59 km

Zeitzone: MEZ +4.75 Stunde(n) - nach europäischer Winterzeit, nach europäischer Sommerzeit +3.75 Stunden

Durchschnittliches Jahreseinkommen je Einwohner:150- 250 $ (US)

Wichtigste Importgüter: Maschinen, Fahrzeuge, chemische Produkte, Brennstoffe, Nahrungsmittel

Wichtigste Exportgüter: Teppiche, Textilien, Felle, Häute, Jute, Kunsthandwerk, Tiere, Rohstoffe

Arbeitskraft: 10 Millionen Menschen - extremer Mangel an Facharbeitern

Arbeitslosigkeit: 42% (2004)

Geburtsrate je 1000 Menschen: 36.6 (Weltdurchschnitt 25.0)

Todesrate je 1000 Menschen: 11.2 (Weltdurchschnitt 9.3)

Bildung: Schulpflicht von 6 bis 11 Jahren: der Besuch der staatlichen Schulen ist kostenlos. 2 staatliche Universitäten (Kathmandu und Beljundi), eine Privat-Hochschule in Banepa. Analphabetenrate: Männer 59.1%, Frauen 86%.

Armee: Berufsarmee mit 46.000 Mann (Heer 99.5%; Luftwaffe 0.5%). Anteil des Militärbudgets am Staatshaushalt: 5.8%.

Flagge: Am 16.12.1961 eingeführt; die einzige nicht rechtwinklige Flagge der Welt. Sonne und Mond verkörpern die Hoffnung, die Nation möge so lange Bestand haben wie diese Himmelskörper. Karminrot ist die Nationalfarbe Nepals.

Kurzinfos: Nepal - das Dach der Welt - war Geburtsland von Buddha (um 560 v.Chr.). Über Jahrhunderte von der Welt fast gänzlich isoliert, wurde das Land 1769 von den Gurkhas vereint. Enge Beziehungen (ab 1860) zu Grossbritannien - in beiden Weltkriegen kämpften Gurkhas auf Seiten der Briten - bewahrten Nepal davor, dem Empire einverleibt zu werden. Die lange Alleinherrschaft (1846- 1951) der Rana, einer Adelsfamilie, die das Ministerpräsidentenamt in Erbfolge weiter gab, endete mit bewaffneter Revolution. Konstitutionell- parlamentarische Reformen, von König Tribhuvan Bir Bikram eingeleitet, wurden schon 1960 rückgängig gemacht, Parteien verboten. Mittlerweile aber war Nepal durch Strassen- und Luftverbindung zu Indien und Pakistan, aber auch durch Edmund Hillarys Erstbesteigung des Mt. Everest (1953) stärker ins Blickfeld der Welt gerückt. Nach blutigen Unruhen im Frühjahr 1990 (offiziell 10, vermutlich 500 Tote) stimmte König Birenda der Abschaffung des ständischen Panchayat-Systems und der Einführung eines Mehrparteiensystems zu. Im November 1990 wurde die neue Verfassung verkündet. Erste freie Wahlen fanden im Mai 1991 statt.

Armut, sinkende landwirtschaftliche Erträge wegen ökologischen Raubbaus, die schnell wachsende Bevölkerung und Übergriffe des Staates mit willkürlichen Verhaftungen und Folter schaffen ein gespanntes innenpolitisches Klima. Im Westen des Landes gewinnt eine maoistische Guerilla zunehmend an Boden.

Aktuelle Entwicklung: Zwei Tage nach dem Rücktritt des nepalesischen Ministerpräsidenten Krishna Prasad Bhattarai (75) wurde am 18.3.2000 im Parlament in Katmandu Girija Prasad Koirala (74) zu dessen Nachfolger gewählt. Koirala von der Nepalesischen Kongresspartei führt bereits das dritte Mal die Regierungsgeschäfte des Himalajastaates. Regierungschef Bhattarai war am 16.3.2000 auf Druck von 69 der 113 Abgeordneten der eigenen Kongresspartei zurückgetreten. Ihm wurden schlechte Verwaltung und die anhaltenden Angriffe maoistischer Rebellen vorgeworfen. Sein Nachfolger Koirala hatte 1990 entscheidenden Anteil an der Umwandlung Nepals von einer absoluten zu einer konstitutionellen Monarchie. Er war bereits 1991–94 und 1998/99 Ministerpräsident. Auf ihn folgte Ministerpräsident Deuba und später wiederum Girija Prasad Koirala. König ist seit Juni 2001 King Gyanandra Bir Bikram Shah. Seit Februar 2005 wurde der Minister Deuba abgesetzt - der König übernahm die Regierung selbst und löste die Regierung auf. Bis April 2006 übernahm der König die vollkommene Regierungsgewalt. Nach fast 3 Monaten von Massenprotesten organisiert durch die Sieben-Parteien-Allianz und den Maoisten, ließ der König am 28. April 2006 das Parlament wieder zu. Später musste der König auf Druck abtreten. Am 22. November 2006 wurde der Friedensvertrag mit den Maoisten unterzeichnet. Neuwahlen fanden am 10. April 2008 statt. Seit 1999 haben keine Wahlen mehr stattgefunden. In der Zwischenzeit waren 4 Millionen Neuwähler hinzugekommen. Die Hälfte der 17,6 Millionen Stimmberechtigten sind unter 35 Jahre alt.

Die Maoisten errangen landesweit die meisten Stimmen und gehen als grosse Wahlsieger hervor. Bereits zweimal war der Urnengang verschoben worden. Nachdem die Maoisten im September aus der Übergangsregierung ausgetreten waren, geriet der Friedensprozess in eine Sackgasse. Durch ein 23-Punkte-Abkommen zwischen sechs Parteien und den Maoisten konnte er im Dezember nochmals gerettet werden. Im Abkommen wurde festgehalten, dass Nepal eine «föderale demokratische Republik» sein soll. Damit wurde die Hauptforderung der Maoisten erfüllt.

Teilweise Ausschnitte aus "The World Factbook" ohne Gewähr