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Welche Religionen gibt es?

Buddhismus
Als Reformbewegung gegen die Klassengesellschaft und die Machtausübung der Brahmanen des vorherrschenden Hinduismus verbreitete sich im 6. Jahrhundert v. Chr. der Buddhismus. Begründet wurde diese Lehre von Prinz Siddharta, der sich nach seiner Erleuchtung Gautama Buddha (543 v. Chr.) nannte. Nachdem er in seiner Jugend ein wohlhabendes Leben führte, verliess er mit 28 Jahren seine Familie, um die Wahrheit des Lebens zu suchen. Erst wurde er Shiva-Anhänger und versuchte durch Askese Erleuchtung zu erlangen. Schliesslich wandte er sich der Meditation zu und erlangte am 49. Tag unter dem Feigenbaum seine Erleuchtung. Er war sicher, den Kreis vom Werden und Vergehen durchbrochen zu haben. Ihm war bewusst, dass nicht die Verneinung weltlicher Bedürfnisse Erlösung bringt, sondern die Einsicht darüber, wie alle Dinge und Erscheinungen des Lebens in Zusammenhang stehen. Er erkannte, dass Begierde, Unbeweglichkeit im Denken und die Illusion über das eigene Ich die Ursachen sind, die zu einem leidvollen Leben führen. Dass aber auch der leidvolle Kreislauf vom ewigen Werden und Vergehen durch erlangen von Güte, Mitgefühl, Demut, Liebe und innerer Gleichmut ein Ende finden kann. Gautamas Lehre enthielt zwar hinduistische Elemente wie Karma und Nirvana, nur interpretierte er sie in ganzheitlicher Weise und fügte psychologische Aspekte hinzu. Im Gegensatz zu den Brahmanen sagte er über das Karma, dass man es nicht schicksalsgebeugt hinnehmen müsse, sondern durch innere Arbeit an sich selbst von dem schicksalshaften Rad der Wiedergeburt loskommen könnte. Das Nirvana wird erreicht, wenn der ewige Kreislauf der Wiedergeburten durchbrochen ist. Beschrieben hat Buddha das Nirvana allerdings nie. Eine Aussage, die dahingehend von ihm zitiert wird, lautet: “Alles ist – nichts existiert.” Buddha ermutigte die Menschen, die geistigen Ursachen ihrer körperlichen Leiden selbst zu erkennen und zu heilen. Und er lehrte, dass jeder für sein Lebensschicksal verantwortlich ist. Magische Praktiken zur Unterstützung auf dem geistigen Weg lehnte er ab. Nach Gautamas Tod entwickelten sich die drei Hauptformen des Buddhismus:

Hinayana: Diese Form beinhaltet die reine geistige Lehre Gautamas über die Erlösung des Menschen, die nur durch eigenen Kraft, ohne Hilfe von vermittelnden Priestern erlangt werden kann. Sie wird auch “kleines Fahrzeug” genannt.

Mahayana: Wenn der obige Weg der Selbstverantwortung zuviel abverlangt und zu mühsam ist, können die Gläubigen mit Hilfe von erleuchteten Wesen (Bodhisattvas) auf dem “grossen Fahrzeug” dieser buddhistischen Form, die heute am weitesten verbreitet ist, Platz finden. Ein Bodhisattva hat bereits die geistige Reife eines Buddha erreicht, doch aus Mitgefühl zu all jenen, die noch nicht den rechten Pfad gefunden haben, verzichten sie so lange auf die Rückkehr ins Nirvana, bis alle Menschen die Erlösung gefunden haben. Im Mahayana-Buddhismus werden deshalb die Gläubigen darauf verwiesen, das eigene Wohl und den eigenen Nutzen gegenüber dem Wohl und Nutzen anderer zurückzustellen.

Der Mahayana-Buddhismus des Himalaya ist kein Glaube an einen Gott, sondern die göttliche Kraft in einem selbst. Als Geisteswissenschaft  setzt er nicht auf Glauben, sondern auf die Entwicklung des Geistes, des Verstehens und der Vernunft. “Der Buddhismus lehrt, geistigen Frieden zu erreichen, und er versucht, das Denken und die Lebenskraft so zu verändern, dass man Leiden ertragen, Tod, Krankheit und Unglück überwinden kann”, so der Dalai Lama. Der Weg dorthin ist lang und kompliziert. Buddhisten und Hindus glauben an den Kreislauf der Wiedergeburten, aus dem es sich durch unterschiedliche Methoden zu befreien gilt. Beide wollen die Erleuchtung und somit ewiges Leben im “Nirvana” (Paradies) erreichen.

Vajrayana: Aus dem Mahayana-Buddhismus entwickelte sich diese mit tantrischen Geheimlehren und magisch-mystischen Praktiken vermischte Form. Grosse Bedeutung haben die beiden Kultgegenstände vajra (diamantenes Zepter) und ghanta (Glocke).Während das vajra als Zeichen der Männlichkeit gilt, gilt das ghanta als Zeichen der Weiblichkeit und Wahrheit. In der Vereinigung der beiden Symbole, wird die Überwindung und Auflösung aller Gegensätze zum Ausdruck gebracht.

Die tibetischen Religionen spielen natürlich stark in den Buddhismus hinein. Der alte Naturglaube der Himalaya-Region wird als Bön bezeichnet. Bön ist das Schwert der Schamanen, der Priester aber auch der Naturheilkundigen, die magische Formeln beherrschen. Magie ist für sie ein natürliches Phänomen, das nicht an religiöse Vorstellungen gebunden ist. Die tibetische Form des tantrischen Buddhismus ist der Lamaismus, dessen geistiger Vater der tantrische Weise Padmasambhava war. Er integrierte die Naturgötter der Bön-Anhänger in den Mahayana-Buddhismus. Auf ihn soll auch die ursprüngliche Fassung des tibetischen Totenbuches zurückgehen. Seine Anhänger, die Nyingmapas (die Alten), pflegen weiterhin die älteste Tradition des tibetischen Buddhismus.

Gelbmützen: Dies ist die Sekte der Gelugpas, die aus ihrer Religion eine staatliche Institution mit einem hierarchisch aufgebauten Priestertum machten, an dessen oberster Stelle der Dalai Lama steht. Als Lama wurden alle tibetischen Priester bezeichnet, was “die Oberen” bedeutet. Die höchsten Lama werden als Verkörperung transzendenter Buddha oder Bodhisattvas angesehen.

Rotmützen: Im Gegensatz zu den Gelbmützen entwickelte siche eine andere grosse lamaistische Glaubensgemeinschaft, die Kargyütpas. Ihre grossen Vorbilder sind der Heilige, Yogi und Dichter Milarepa (1052-1135), der fast sein ganzes Leben lang als Einsiedler in einsamen Gebirgsregionen verbrachte, sowie dessen Lehrer Marpa. Das Zentrum der Rotmützen ist in Nepal Swayambhunath. Im 14. Jahrhundert versuchte der Reformer Thsongkhapa die verschiedenen Richtungen zu vereinen. Doch noch heute haben Gelb- und Rotmützen verschiedene Auffassungen über ihre Religionsausübungen. Die Gelugpas (Gelbmützen) bestehen auf dem Zölibat, lehnen magische Rituale ab und legen grössten Wert auf geistreiche Debattierkunst. Sie müssen lange und gründlich religiöse Literatur, Philosophie, Medizin und Astrologie studieren. Dagegen ist für die Kargyütpas (Rotmützen) eine meditative Geistesschulung, die in langer Abgeschiedenheit praktiziert wird, wichtiger als Buchwissen. Grosse Bedeutung hat für alle Lamaisten die geistige Versenkung, wobei Kultbilder, Mandalas, Mantras und die Visualisierung von Symbolen als Hilfsmittel dienen. Als oberstes Gebot gilt allen Lamaisten Freundlichkeit und Zuwendung.
In buddhistischen Dörfern gruppieren sich die Häuser um ein Kloster (gompa) oder einer Stupa (chörten).

Hinduismus

Die vedische Religion beruhte auf den vier Veden, heiligen Schriften aus der Zeit vor 1000 v. Chr., die magische Rituale und Opfergesänge enthielten. Die Vielzahl der Schriften macht die Antwort auf die Frage, was der Hinduismus lehrt, nicht leichter. Viele Hindus sagen selber, dass es weniger eine Religion als eine spezielle Lebensart ist. Tatsächlich bedeutet das Wort “Hindu” lediglich “Inder”. Die hinduistische Lebensart, die sich mit der Zeit herausbildete, war von fast grenzenloser Toleranz geprägt, so dass ein jeder geduldet war, der zu einer der zahlreichen Formen Gottes betete. Schliesslich hatte der Hinduismus selber Tausende von Göttern, die alle friedlich koexistierten. Dem Hinduismus liegt die Vorstellung der Wiedergeburt zugrunde. Jede Seele hat Hunderttausende von Wiedergeburten zu erleben, ehe sie Moksha, die Erlösung aus dem Geburtenkreislauf erreichen kann. Bei der Gotteshingabe hat der Hindu die Wahl zwischen Tausenden von Göttern, die mit hilfreichen Eigenschaften ausgestattet sind. So wird in Notlagen beispielsweise der dickbäuchige Elefantengott Ganesh als Beseitiger von Hindernissen angebetet. Für das materielle Glück ist die Göttin Lakshmi zuständig, Saraswati ist die Göttin des Lernens, Indra der Gott des Regens, die Dreifaltigkeit Brahma, Vishnu und Shiva, die als Schöpfer des Universums, Erhalter und Zerstörer angesehen werden. Verwirrenderweise kommen zu all der Göttervielfalt noch etliche Manifestationen, in denen die Götter erscheinen können. Vishnu kann beispielsweise als Krishna, Narayan und in Hunderten anderen Varianten verehrt werden. All die Götter können als verschiedene Aspekte des einen Gottes betrachtet werden, der sich nur in vielen Formen auszudrücken vermag. Die Götter und Göttinnen haben übrigens auch himmlische Ehepartner, so dass ganze Götterfamilien entstehen.