Javascript DHTML Drop Down Menu Powered by dhtml-menu-builder.com
 
 
 
SPENDEN

JETZT SPENDEN

Helfen Sie uns helfen, damit Kinder wieder lachen können

 

 

Fieldwork  
 

Kamaiyas nennt man sie. Menschen die nicht wissen, was Freiheit bedeutet. Abhängig, bevormundet, ohne jedes Recht und Besitz. Viele der Leibeigenen haben ihr gesamtes Leben auf Feldern und in den Küchen der Großgrundbesitzer verbracht. Sie kennen nichts anderes als Arbeit. Arbeit 7 Tage die Woche von früh bis spät. Frauen, die Stunden vor dem Morgengrauen aufstehen und bis tief in die Nacht für ihre Herrschaft schuften. Ihr Lohn: Reis. Ein halbes Kilo, das noch nicht einmal reicht, um die Mägen der Kinder zu stopfen. Leben in kleinen Lehmhütten ohne Strom und Wasser. Kleine verrostete Öllämpchen geben etwas Licht bevor sie ihr Haupt für wenige Stunden auf die geflochtene Bambusmatte legen. Geld bekommen sie keines, müssen den Großgrundbesitzer für jede dringend notwendige Ausgabe anbetteln: für Arzt- oder Krankenhausbesuch, Medizin oder sonstige unvorhergesehene Umstände, die das menschliche Leben nun mal mit sich bringt. Geld, das teuer bezahlt werden muss. Geld, das meist über Generationen hinweg zu lebenslanger Schuldknechtschaft verdammt. Geld, das von einem Großgrundbesitzer auf den anderen übertragen wird: Man wird „gekauft“ und „verkauft“.

Ein Leben reicht oft nicht, um die meist lächerlich geringen Summen zurückzubezahlen. Wer weiß schon wie viel es genau ist? Wie viel hinzukommt? Rechnen, schreiben – wer kann das schon? Und so wachsen die Schulden für das, was diesen Menschen eigentlich zusteht: Essen, Kleidung und medizinische Notversorgung. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig als zu arbeiten, um das abzubezahlen, was sie dringend zum Leben brauchen. Sie arbeiten mit ihren Kindern, die keine Schule kennen. Kinder die im jüngstem Kindesalter mitschuften müssen, um etwas Reis zu bekommen und die Schulden ihrer Eltern abzubezahlen. Satt werden sie selten. Erniedrigt warten sie auf die Essenreste des Großgrundbesitzers.

„Nachdem die Herrschaft gegessen hatte, gaben sie mir immer die Reste ihres Essens und den angebrannten Reis vom Topfboden. Ich musste voller Hoffnung warten wie ein Hund es tut. Es wurde immer später und meine Kinder bettelten um Reis. Ich versuchte sie zu trösten, indem ich ihnen sagte, dass wir schon gleich Reis bekommen werden, wenn die Herrschaft uns etwas abgibt. Die Kinder schliefen hungrig ein. Was kann ich schon tun? Ich lege sie dann schlafen und weine mir das Herz aus dem Leib.“ - Worte einer Kamaiya aus dem gleichnamigen Buch über Sklaverei und Freiheit in Nepal.

In den tiefen Ebenen des Terai vom Westen bis Osten Nepals wird das Leben dieser Tharus vom Großgrundbesitzer bestimmt. Die Armen haben keine Gelegenheit an Entscheidungsprozessen teilzunehmen. Sie werden nicht gefragt und sollten auch keine Fragen stellen. Weder nach der Richtigkeit ihrer Schulden oder den exorbitanten Zinssätzen von nicht selten weniger als 35 %. Das einzige was sie ihren Kindern übergeben, ist die Börde ihrer Knechtschaft. Ein Erbe, das auch das Leben ihrer Kinder unabänderlich bestimmen wird.

Selbst wenn sie Geld bekämen, selbst wenn sie mehr zu essen hätten, würde es nichts an ihrer Isolation und Ausgrenzung innerhalb der Gemeinschaft ändern. Die „Unberührbaren“ können nicht verstehen, warum sie kein Restaurant betreten dürfen, warum sie ihr eigenes Glas mitbringen müssen, wenn sie einen Tee kaufen möchten oder ihren Tee nicht im Restaurant, sondern ausserhalb schlürfen müssen. Es ist auch nicht zu verstehen, nicht wirklich. Ausser der Tatsache, dass sie als eine der untersten der gesellschaftlichen Hierarchie angesehen werden.

Nach einem Aufbegehren wurde im Juli 2000 die Schuldknechtschaft in Nepal offiziell abgeschafft. Die Realität sieht anders aus. Alles blieb wie es war. Wenig hat sich geändert.

Der Südosten Nepals nahe der indischen Grenze im Distrikt Jhapa, zwischen Bananenstauden, Litschee-, Mango- und Kokosnussbäumen, Teeplantagen und Ananasstauden ist eigentlich eine schöne idyllische Gegend, fast einem kleinen Paradies gleichend, wenn es das Elend dieser vielen Menschen nicht gäbe.

Hier hat Happy Children e.V. ein Schulprojekt aufgebaut, um diese Kinder vom Kreislauf der Schuldknechtschaft und der damit verbundenen Kinderarbeit zu befreien.

Im Rahmen dieses Projektes wird den Kindern der Schulbesuch ermöglicht sowie in der Betreuungsstätte tägliche Mahlzeiten, ärztliche Versorgung und Hausaufgabenbetreuung gewährleistet.

Auch die Familien, insbesondere die Mütter, profitieren von dieser Hilfe bei Krankheit und Problemen. Ein Projekt, das letztendlich dem ganzen Dorf zugute kommt.